Experten auf Tour – Kraichgau-Stromberg Tourismus e.V. lädt zur 3.Produktschulung ein - Tourismusfachkräfte nehmen Enzkreis unter die „touristische“ Lupe

22.06.2015

Kraichgau-Stromberg. Zum dritten Mal lud der Kraichgau-Stromberg Tourismus e.V. am 18. Juni 2015 seine Mitglieder und touristischen Ansprechpartner zur KST-Expertentour durch die Region ein. Rund 25 Fachkräfte aus der Tourismusbranche nahmen an der Bustour teil, die in diesem Jahr im schönen Enzkreis durch die Gemeinden Illingen, Mühlacker, Ötisheim und Maulbronn führte. Die Veranstaltung fand nun bereits dreimal in diesem Rahmen statt und bietet den Teilnehmern die Möglichkeit, die Region und die Leistungsträger vor Ort kennenzulernen und das Netzwerk untereinander zu stärken.

Trotz des wieder einmal durchwachsenen Wetters startete die Tour mit gut gelaunten Teilnehmern in der Ölmühle in Illingen bei Familie Krauth. Nachdem im Bus bereits von der touristischen Ansprechpartnerin Frau Gaupp ein kurzer Bericht über die Geschichte der Gemeinde Illingen zu hören war, knüpfte Herr Krauth, der Herr im Hause, an diese an und fesselte die Zuhörer mit einer Historie an Tradition und Leidenschaft für die Herstellung von Ölen verschiedenster Arten. Nach einer kurzen „Sachgeschichte aus der Sendung mit der Maus“ konnten die Teilnehmer dem Ölmüller hautnah über die Schulter schauen. Eine Kostprobe mit frischgebackenem Brot stärkte die Gruppe für die nächste Station der Tour.

Diese führte den Reisebus ins „Bückelbäumle“ zum Kletterwald Illingen. Inhaber Stephan Coenen empfing die Teilnehmer unter der Veranda des Verwaltungsgebäudes, erläuterte zunächst wie die Anmeldung von Gruppen funktioniert und welche Leckereien es im Kiosk für Klein und Groß zu Naschen gibt. Er erzählte wie er mit seinem Vater bereits im Norden Deutschlands Kletteranlagen aufbaute und wie es dazu kam für Illingen eine solche Einrichtung zu etablieren. Die rund 10.000 Besucher, welche im Jahr den Kletterwald in der Saison von April bis zu den Herbstferien besuchen, sprechen dafür, dass sich die Mühen gelohnt haben. Nach einem Rundgang durch den Kletterwald, dem Bestaunen der zwischen drei und zwölf Meter hohen Parcours und dem Erlebnisspielplatz, sollte der nächste Programmpunkt in Mühlacker auf dem im Mai offiziell eröffneten Gartenschaugelände an der Enz sein.

Dort angekommen startete eine exklusive halbstündige Führung über das Gelände (Übrigens: Eine Standard-Führung dauert für angemeldete Gruppen normalerweise 1,5 Stunden) angeführt von Frau Rapp, einer der verantwortlichen Mitarbeiterinnen aus dem Rathaus der Stadt Mühlacker. Die angelegten Ufer der ruhig fließenden Enz mit aus Stein gefertigten Liegen für Besucher sind ebenso ein beliebter Platz auf dem Gelände wie auch der Enzkreis-Pavillon. Die Gastronomie, die drei bespielbaren Bühnen, der Abenteuerspielplatz, die Skaterbahn und der Aussichtsplatz, welcher auf den Sender und die Burgruine Löffelstelz zeigt, sowie natürlich die prächtig blühenden Wiesen hinterließen sicherlich einen bleibenden Eindruck.

Im Hotel Restaurant „Scharfes Eck“, fußläufig zur Gartenschau, wurde eingekehrt. Die Gastgeberin Frau Frommherz, welche in sechster Generation das Haus führt und kürzlich auch modernisierte, hieß die Experten herzlich willkommen. Nach dem kurzen Beitrag der Geschäftsführerin zur Geschichte und Tradition des Hauses, servierte das Team schwäbische Spezialitäten. Die nächste Station sollte dann das Waldensermuseum in Ötisheim-Schönenberg sein.

Auf den Spuren von Hugenotten und Waldensern hören die Teilnehmer die beeindruckende Geschichte der Flüchtlingsgruppen durch ganze 4 Länder und die Ansiedlungen in unserer Region unter anderem in Knittlingen, Großvillars und Ötisheim. Herr Trautz, welcher lange im Marketingausschuss des Hugenotten und Waldenser Pfad e.V. mitwirkte, stellte zusammen mit seiner Kollegin, Museumsleiterin Frau Benz, die Arbeit für den kulturhistorischen Fernwanderweg vor. Nach der Museumsbesichtigung auf eigene Faust, wurde es aktiv.

Der Verantwortliche des Forsts in Ötisheim empfing die Gruppe beim Start des Barfußpfades. Nur die Mutigsten unter den Experten wagten sich aufgrund der Wetterlage tatsächlich durch die verschiedenen Bodenbeläge aus, Laub, Kiesel, Korken, Rindenmulch und einen eiskalten Bachlauf. Während der 1,4 Kilometer langen Wanderung, erfuhren die Teilnehmer wie es war diese Einrichtung mit vielen helfenden Händen zu errichten und den damals in der Region einmaligen Barfußpfad 2004 zu eröffnen und einzuweihen. Die mehr als 20 Stationen beginnen direkt am Naturfreundehaus und erfreuen nun seit gut 10 Jahren auch über die Regionsgrenzen hinaus sehr großer Beliebtheit.

Ebenso beliebt und unheimlich wertvoll zeigte sich der nächste und letzte Höhepunkt der Expertentour. Auf dem Schafhof in Maulbronn erwartete die Reisegruppe neben kleinen Snacks und Erfrischungen eine herzliche Begrüßung von Oberbürgermeister Andreas Felchle und Frau Fischer, die Kunstsachverständige, welche den leidenschaftlichen Sammler Manfred Heinrich gebührend vertrat. Heinrich sammelt seit den 80er Jahren zusammen mit seiner Frau Werke mit neoexpressiven Aufbrüchen und Arbeiten der sogenannten „Berliner Wilden“. 2012 schenkte das Sammlerpaar die Kollektion ihrer Heimatstadt Maulbronn und stellte die Bilder im von ihnen renovierten Gebäude auf dem Schafhof aus. Nun für alle Interessierten geöffnet und neben dem Besuch des Klosters sicherlich ein wahrer Schatz der Region Kraichgau-Stromberg.