Das W-Quartett schafft Kultur und Harmonie:

Wasser, Wiesen, Wald – und der Wein!

Auf Muschelkalk und Keuper gebaut und mit paradiesischem Klima gesegnet, ist das Weinland zwischen Heidelberg und Karlsruhe seit Urzeiten Siedlungsgebiet. Der Gipskeuper ist ideale Grundlage für gute Weinberge. 


In die sanft wellige Landschaft haben sich Flüsse und Bäche, Seen und Weiher eingegraben. Das badisch-württembergische Weinland ist gut getränkt mit Wasser und flankiert von Wäldern. Alles passt zusammen. Der Naturpark Stromberg-Heuchelberg ist naturnah, ein kleines Kulturparadies – und ein „Wein-Wald“. Denn etwa jeder fünfte Baum ist eine Eiche; und daraus wird immer mal wieder ein feines, kleines Barrique-Fass (225 l) für die edelsten Tropfen. 

Baden-Württemberg en miniature

Weinlandschaft in Mühlacker

Was ist das Besondere am KraichgauStromberg? Eine Frage, die leicht zu  beantworten ist – vor allem wenn’s um Wein geht: Das „Land der 1000 Hügel“  hat badische und württembergische Weinlagen. Und manchmal bummelt diese „Grenze“ mitten durch den Ort, in manchem Weingut oder mancher „WG“ gibt’s Rebsorten aus beiden Anbaugebieten. Aber die Namen verraten schon die Zugehörigkeit: „WG“ heißt im Badischen Winzergenossenschaft und im Württembergischen ist es die Weingärtnergenossenschaft. 

 

Natürlich wächst Trollinger mehr im schwäbischen – und Spätburgunder mehr im badischen Teil. Als Lemberger-Metropole gilt das schwäbische Brackenheim, größtes Anbaugebiet Württembergs. Apropos Lemberger: Jedes Jahr wird auf dem Vaihinger Schloss Kaltenstein der deutsche LembergerPreis („Vaihinger Löwe“) verliehen.

Wein – Lebenselement des Landes

Alles hat seinen Ursprung: Dass sich die Mönche und Nonnen im Mittelalter  gerne mit Weinbau beschäftigt haben, wird schon in den Lagennamen deutlich: Klosterberg und Mannaberg, Michaelsberg und Mönchsberg…Berühmt ist der Klosterweinberg der Maulbronner Zisterziensermönche („Elf-Fingerberg“) – und in Oberderdingen kommt aus der Kelter im klösterlichen Amthof neuerdings wieder ein „Klosterwein“. Die Burg bei Sulzfeld thront über Rebenhängen, die auch „ritterliche“ Namen tragen: „Dicker Franz“ zum Beispiel oder den des Rittergeschlechts Göler von Ravensburg. Ein ganzer Ort nennt sich „Schwarzriesling-Dorf Kürnbach“, weil dort jeder fünfte Rebstock den „Mutanten“ des blauen Spätburgunders trägt.

Der Rebensaft ist in der Region allgegenwärtig: In der Sage von den „Weinschläuchen“ in Zeutern oder auch schon bei der ersten Kochbuch-Autorin des Landes. In Hausen erinnert die „JupiterKellerei“ an römische Ursprünge – und dort gibt’s auch Rosé im Fässchen, eine Weltneuheit. Die Besenwirtschaften 
haben besonderen Charme: Wein direkt aus dem Fass, immer beim Erzeuger! Und dazu das passende Essen, rustikal oder elegant – in jedem Falle authentisch und heimisch. Manche Namen sprechen für sich: „Hexen- und Ritterbesen”, „Guggugsnescht“ und „Kachelofa“… Alle Adressen mit Öffnungszeiten finden Sie in der Broschüre „Weinstuben & Besenwirtschaften“.

Das Kulturgut Wein passt zum Kraichgau-Stromberg – als Kommunikator und auch als Wirtschaftsfaktor. Der Wein ist wesentliches Lebenselement. Zwei Dutzend große Rebsorten gibt es hier – von Trollinger bis Traminer, Riesling bis Rivaner…

Weinblatt
  • Der Maulbronner „elf-Fingerberg“
  • Woher der Name „Elfinger" kommt, erzählt eine kleine 
  • Geschichte: Im Kloster Maulbronn lebten die Mönche einst streng nach der harten Ordensregel der Zisterzienser. In den Fastenzeiten durften sie keinen Wein trinken. Deshalb 
  • tauchten sie nur ihre Finger 
  • ins köstliche Nass, um sie 
  • danach abzuschlecken. Manch einer wünschte sich da, elf statt zehn Finger zu haben. Aus diesem Wunsch – bald eine feste Redewendung – leitet sich der Name „Elf-Fingerberg" ab.