Württembergische Rebsorten

Weinberge
Weinberge
 

Grauburgunder 

Der Grauburgunder (woanders Ruländer und "Pinot gris") wächst auf tiefgründigen Böden. Gelegentlich hängen rote, weiße und blaue Trauben am selben Trieb. Er ist kräftig goldgelb. Je nach Jahrgang ist er leicht und spritzig bis gehaltvoll und ölig. Wer Grauburgunder richtig genießen will, darf es nicht allzu eilig haben. 

Tipp:  Passt zu Geflügel, Fisch, Braten mit hellen Saucen und Spargel. Trinktemperatur 10-12° 

Schwarzriesling 

Ist im badischen und württembergischen Kraichgau-Stromberg zu Hause; aber im Weinbaugebiet Baden gibt es ihn nur im Kraichgau. Er ist etwas leichter als Spätburgunder; mit dem Riesling ist er trotz des Namens nicht verwandt. Er reift früh, hat keine besonderen Lage-Ansprüche. Milde Weine mit samtiger, zarter Säure und leuchtend roter Farbe.  

Tipp:  Lässt sich gut zu Wild, Lamm, Rind und Geflügel trinken. Trinktemperatur 16-18° 

 

Trollinger

Er ist – ohne Übertreibung – das schwäbische Stammes-Getränk. Trollinger (oder "Tirolinger") ist ein spät reifender Rotwein und wird fast ausschließlich in Württemberg angebaut, in der Region also in den Großlagen Heuchelberg und Stromberg. Er gedeiht am besten an steilen Hängen mit nährstoffreichen Böden und hat große Trauben mit viel Saft. Trollinger leuchtet im Glas hell rubinrot und hat einen mittleren bis kräftigen Körper, ist gerbstoffarm und hat frisch-fruchtiges Aroma. Ein leichter, süffiger Wein.

Tipp: Württemberger trinken ihn zu den typischen, deftigen Gerichten der Region wie Rostbraten oder Linsen mit Spätzle und zu Gänsebraten. Trinktemperatur 16°

Weinblatt
Weintraube
 

Lemberger 

Auch er ist ein typischer Württemberger; in der Region vor allem im Zabergäu, am Stromberg im Weinsberger Tal angebaut. Er braucht beste, wärmesichere Lagen, bringt verhältnismäßig geringe Erträge. Lemberger sollte mindestens 3 Jahre lagern, bevor er getrunken wird. Seine Farbe ist dunkelrot bis violett; er entwickelt ein feinherb-fruchtiges Aroma und einen kräftigen Körper.  

Tipp:  Ein guter Begleiter zu Wild- und Pilzgerichten sowie zu Lamm, Hammel und gegrilltem Fleisch. Trinktemperatur 18° 

Kerner

Wie sollte es anders sein? Wenn man nach dem Weinsberger Arzt und Dichter Justinus Kerner heißt, muss man ein typischer Württemberger sein. Der Kerner wurde aus der Trollinger- und Rieslingrebe gezüchtet und liefert Prädikatsweine par excellence. Der Weißwein entwickelt feine, würzige, sortentypische Frucht. Die feinrassige Säure hat er vom Riesling.  

Tipp:  Bei hellen Fleischsorten, Innereien, Fisch und Geflügel kann sich der trocken ausgebaute Kerner richtig entfalten. Trinktemperatur 10-12° 

 
Weintrauben
Weinblätter

Schillerwein

Der Name stammt nicht vom Dichter, sondern von seiner "schillernden" Farbe. Er ist ein echter Württemberger. Seit Jahrhunderten wird er hier aus gemeinsam gekelterten blauen, roten und weißen Trauben gewonnen. Allerdings dürfen nur württembergische Rebsorten verwendet werden. Deshalb ist der "Schiller" so variantenreich und vereint harmonisch viele Geschmackskomponenten in sich. Und er ist ein Durstlöscher, erfrischend auch als "Schorle".

Tipp:  Als frischer, leichter Wein kann er viele Speisen begleiten: Gemüsegerichte und helle Fleischspeisen. Trinktemperatur 10-12°