29 ausgeschilderte Radtouren im Kraichgau-Stromberg

Der Kraichgau ist eine uralte Kulturlandschaft: das Klima südlich, die Felder fruchtbar. Deshalb siedeln hier Menschen seit der Steinzeit. Das „Land der 1000 Hügel“ zeigt bei dieser Tour alles, was es an Natur mit Streuobstwiesen, Hohlwegen, Trockenmauern und Kultur mit Schlössern und anderen Geheimtipps zu bieten hat. Übrigens, alle Etappen sind auch problemlos mit der Stadtbahn zu bereisen.

 

Eine gemütliche Tour liegt vor Ihnen – und Sie werden bald herausfinden, woher die „Brunnen-Region“ ihren Namen hat. In Waibstadt erfahren Sie, wie ein „Brunnen-Weible“ einen Kaiser rettet und so den Stadt-Namen ändert. Tipp: In Neckarbischofsheim steigen Sie am Prachttor vom Rad und schauen ins „Alte Schloss“– hier kann man sich auch trauen lassen. Übrigens: Schöne Brunnen gibt es überall.

 

Wahre Welt-Sensationen erwarten Sie in Sinsheim. Nehmen Sie sich Zeit für die begehbare Concorde der Air France, die russische Tupolev und für die PS-starken Formel-1-Boliden. Das ist ein moderner Abenteuerspielplatz für Technik-Fans und die ganze Familie. Im Norden kommen Sie ins „Fußballdorf Hoffenheim“ und vorbei am Trainungscenter der TSG 1899 in Zuzenhausen. Im Süden lockt die Burg Steinsberg mit schönen Weinbergen an den Hängen.

 

„Castel del Monte“ nennen Kenner die Festung auf dem Basaltfelsen (333 m) bei Weiler – wegen des achteckigen Bergfrieds (Oktogon). Die Aussicht belohnt den Aufstieg zum „Kompass des Kraichgaus“. Die Staufer-Burg Steinsberg
ist zwar die mächtigste, aber nicht die einzige. Die Tour führt Sie zu Schätzen aus Mittelalter und Moderne – zu Wasserschlössern, einem „Hochzeits-Schloss“ und Burgruinen.

 

Mehr Kultur geht kaum: Vom Kaiserdom in Speyer (Pfalz) bis zu den Zisterziensern aus Maulbronn (Württemberg) geht die Reise. Über den Rhein, durch die Ebene zum Wein- und Wallfahrtsort Malsch, vorbei an Wasserschlössern, durch Museums-Städtchen – über eine Zisterzienser- Zehntscheuer (Tipp: Vinothek in der Schafscheuer Oberderdingen) kurz vor dem Top-Ziel: dem Kloster Maulbronn. Eine Tour durch die Jahrtausende!

 

Das Heilbad des Fürstbischofs von Schönborn ist Wellness par excellence: Thermarium und „Totes Meer“ mit Salzgrotte, Massage-Tempel und Walking Park… Machen Sie sich hier fit für eine besondere Rundtour durch die Wohlfühl-Region. Einen Freiluft-Wasserstopp können Sie aber auch am Hardtsee einlegen: Schwimmen oder Boot fahren. Das Tour-Thema ist Programm: Entspannung und „Gegen-Alltag“!

 

Sie starten an der „Nibelungen-Quelle“: In Odenheim soll der finstere Hagen den blonden Siegfried erschlagen haben. Aber nicht nur dunkle Sagengestalten, sondern auch märchenhafte Wasserschlösser sehen Sie hier und Rebenhänge, in denen der „König der Weißweine“ wächst – der Riesling. In manchen Kellern wird er in den kleinen, edlen Eichenfässern (Barrique) ausgebaut. Tipp: Eine Weinprobe lohnt immer…

 

Tausend Hügel zählt das Land – auf dieser Aktiv-Tour erleben Sie einige davon. Schönste Landschaften liegen vor Ihnen – Berg und Tal. Die Namen kündigen es an: Eichelberg, Kapellenberg, Steinsberg… Aber immer wieder Weinberge und Wege am Wasser (Tiefenbach). Die Fachwerk-Idylle Eppingen sollte mehr als nur Start und Ziel sein: Der einmalige Fachwerkpfad führt mitten in die sehenswerte Altstadt.

 

Das Flüsschen Elsenz ist Ihr ständiger Weggefährte, wenn Sie mögen auch die Historie. Der „Museums Radweg“ ist Teilstück der Tour bis zum Neckar. Viele Leckerbissen gibt’s für Liebhaber: Fachwerkpfad, Bauernkultur, Friedrich der Große im Lerchennest, große Freiheitskämpfer und den „Mensch von Mauer“ aus der Altsteinzeit (1/2 Million Jahre alt) an der Neckarschlinge. Schöne Zeitreise am Fluss!

 

Finden Sie die drei Titel-Bäche der Tour! Sind es Kraichbach, Katzbach und Eschbach oder Hainbach und Lützelbach? Anlässe für Stopps gibt es sicher mehrere. Wie wäre es im Museums-Städtchen Gochsheim? Tipp: Das Schloss der Ebersteiner hoch über dem Kraichbach – oder für Leckermäuler das Museum der deutschen Zuckerbäcker! Sehenswert: Das „Haus des Scharfrichters“. Und in Stettfeld warten die alten Römer…

 

Nehmen Sie Fernglas und Fotoapparat mit, denn das ist eine Aussichts-Route. Bereits von der mächtigen Ravensburg über Sulzfeld schaut man weit in die Region. Und auf dem Derdinger Horn liegt das „Land der 1000 Hügel“ zu Ihren Füßen. Ausblicke sind oft auch Einblicke: Im schwäbischen „Sieben-Sterne-Dorf“ Sternenfels und im badischen Flehingen am Schloss derer von Sickingen.

 

Mitten in Bruchsal startet und endet diese Tour. Das Barockschloss ist die kulturelle „Kür“. Aber Sie sind hier auch an der badischen Spargelstraße – von Mitte Mai bis Ende Juni kommt das „weiße Gold“ feldfrisch auf den Teller; in Büchenau schlägt sein Herz. Tipp: In Untergrombach treffen Sie auf den 1. deutschen Bauernführer Joß Fritz (16. Jh.). Die Themen Barock, Bischof und Bauer sind hier allgegenwärtig.

 

Der Titel verspricht fruchtbares Land. Und so ist es auch: Sie fahren durch Felder, entlang der Wasserläufe Kraichbach und Eschbach, Rohrbach und Kohlbach. Und wo Wasser fließt stehen Mühlen, auch heute noch: Humstermühle, Egonmühle – sogar ein ganzer „Mühl-Wald“. Tipp: Kommen Sie zu den Weinfesten. Sind Sie Rotwein-Fan? Vielleicht dann zur Schwarzriesling-Kerwe im Bilderbuchdorf Kürnbach.

 

Diese Themen-Tour macht ein kulinarisches Versprechen. Das kann sie auch einhalten, drinnen in urigen Hütten und draußen in der Natur. Eppingen hat „Kartoffelkult“; in der Raußmühle (anmelden!) sind Sie plötzlich mitten im Mittelalter. Tipp: In Sulzfeld gibt’s auch ausgefallene Leckerbissen. An der Route finden Sie Wanderheim, Grillplätze – und auf dem Derdinger Horn ist immer mal ein Fest.

 

Das ist die größte Rotwein-Region Deutschlands. Und der gehaltvolle Lemberger ist hier der Star unter den Rebsorten. Tipp für Gruppen: Vielleicht lassen Sie sich von der „Frau des Stadtschreibers“ in Schwaigern ins barocke 18. Jahrhundert verführen – zum Schluss gibt’s im Rentamt eine Festspeise wie zu Zeiten des Reichsgrafen von Neipperg. Die Route durchs rote Rebenreich verspricht viel Genuss.

 

Der erste Präsident der jungen Bundesrepublik war auch ein Weinkenner – Theodor Heuss, geboren in der Rotwein-Metropole Brackenheim. „Wer bei uns nichts trinkt, ist zu faul zum Schlucken“, soll er mal gesagt haben. Repräsentanz und Rebenkunde müssen kein Gegensatz sein. Das Museum seiner Geburtsstadt erzählt mehr; auf der Tour sehen Sie eine römische Jupiter-Säule und erfahren vieles über Deutschlands größte Rotweingemeinde.

 

„Das beste Holz gibt’s im Rebland“, meinen Weinkenner. Hier haben Sie alles zusammen: Der Stromberg ist ein „Wein-Wald“ – jeder 5. Baum eine Eiche. Daraus wird oft ein kleines, feines Barrique-Fass. Holz dominiert die Tour, sogar in Tripsdrill. Und im Museums-Städtchen Bönnigheim können Sie der Kulturgeschichte des Alkohols nachspüren. Eine Top-Tour für Weinfans und Familien…

 

Das Land könnte auch „Schlösserland“ heißen – so viele historische Gebäude stehen am Weg. Das Barockschloss Bruchsal gehört zu den Glanzlichtern (Tipp: Deutsches Musikautomaten-Museum). In Gochsheim sehen Sie das Schloss der Ebersteiner, in Gondelsheim das Schloss mit Nymphenbrunnen und Schlosspark. Und das in Flehingen erinnert an das Geschlecht derer von Sickingen.

 

Der „Besen“ ist hierzulande legendär. Auf hochdeutsch: Wenn der Winzer oder Weingärtner einen Besen (Strauß) vor das Haus hängt, dann gibt es drinnen heimische Hausmannskost zum Rebensaft. Sie haben riesengroße Auswahl: Zwischen kleinen und großen Besenwirtschaften und Weinstuben, badischem und württembergischem Trollinger und Traminer, Weiß- und Spätburgunder… Beneidenswert! Holen Sie sich die KST-„Besenliste“ mit Öffnungszeiten.

 

Am schönen Stausee Ehmetsklinge hat der Naturpark Stromberg-Heuchelberg sein „Schaufenster“ eingerichtet. Das Naturparkzentrum informiert, was Sie draußen erwartet. Das Leitmotiv lautet nicht umsonst: Wein, Wald, Wohlfühlen. Auf der Rückfahrt über den Stromberg-Rücken können Sie die Infos über den Naturpark eins zu eins erleben: Streuobstwiesen und Bauernland, Felsen-Salz und Keuperinsel.

 

Die Rundroute gibt auf Hangwegen den Blick frei auf Orte und blühende Wiesen – im Talgrund auf das grüne Panorama der Hügelwälder: Echtes Land-und-Leute- Erlebnis! Denn Sie fahren auch mitten durch Dörfer und Städtchen. Wenn Sie mögen, können Sie auf dem Brettener Markt die Satteltaschen füllen. Aber es lässt sich auch gut „aus dem Land leben“; Lockrufe aus heimischen Küchen gibt es viele.

 

Wasser und Wald sind ebenso charakteristisch für das „Land der 1000 Hügel” wie Wein und Wohlbefinden. Welch unterschiedliches Profil Gewässer haben, das sehen Sie am Alkistensee und am Tiefen See, den Maulbronner Mönche im Mittelalter angelegt haben. Rasten Sie am Kraichsee oder beim Bernhardsweiher. „Fische und Faust“ (Dr. Faust in Knittlingen) wäre auch eine Kurzformel für diese blau-grüne Tour.

 

In Bretten ist Melanchthon, der „Lehrer Germaniens“ als Philipp Schwarzerd geboren; das neugotische Melanchthon-Haus erinnert an den Reformator, Humanisten und Luther-Gefährten. Im Welterbe-Kloster Maulbronn stehen Sie staunend vor der romanischgotischen Abtei der Zisterziensermönche. Und in der Faust-Stadt Knittlingen sollten Sie dem Magier und Alchimisten aus dem Mittelalter „Guten Tag“ sagen.

 

Öffnen Sie alle Sinne für Land und Leute. Blühende Streuobstwiesen und fruchtbare Felder begleiten Sie auf dieser entspannenden Tour. Start und Ziel ist Walheim am Neckar, wo schon die alten Römer sichtbar Spuren hinterlassen haben (Tipp: Museum). Mit dem Schiff können Sie hier auf Deutschlands Romantik-Fluss Nr. 1 fahren. Willkommen im gastlichen Obst- und Weinland!

 

Wer sind die Waldenser? 300 Jahre führt die Zeit zurück zu Nachkommen der protestantischen Glaubensflüchtlinge aus Savoyen. Dorfnamen dokumentieren es: Großvillars, Kleinvillars… In Schönenberg zeigt das Museum, wie Monsieur Seignoret hier Württembergs erste Kartoffel pflanzte. Es geht über Berg und Tal, von Wald und Wein begleitet. Tipp: Gönnen Sie Ihren Beinen auf dem Barfußpfad in Ötisheim eine Pause.

 

Ein bisschen Flößer-Romantik begleitet Sie auf der Fluss-Strecke. Und Sie können auf „Zeitreise“ gehen: Auf dem Berg grüßt die Burgruine Löffelstelz. Im 12. Jh. ist Ulrich von Dürrmenz Reichskanzler bei Kaiser Rotbart – und Lomersheim hat ein Kloster, bevor es nach Maulbronn verlegt wird. Wein-Tipp: Auf Schloss Kaltenstein belohnt man jährlich die besten Lemberger mit dem „Vaihinger Löwe“.

 

Die Dörfer abseits der hier durch die Region bummelnden offiziellen Deutschen Fachwerkstraße sollten Sie nicht nur „durchfahren“. Stoppen Sie nicht nur der historischen Häuser wegen, sondern auch um besondere Gaumenfreuden zu genießen. Von lecker-ländlich bis zum Gourmet- Niveau – in der rustikalen Besenwirtschaft und im feinen Restaurant. Übrigens: das „Gourmet-Angebot” umfasst auch Mineralquellen und historische Ölpressung.

 

Los geht's in der Internationalen Stadt der Rebe und des Weins in Vaihingen. Nahe dem alten Flößerfluss Enz geht es zur Mettermündung in die Stadt mit "I-Kuh" nach Bietigheim-Bissingen (Bild). Tipp: Der Blick auf die romantische Enzschleife zwischen Oberriexiengen und Untermberg animiert zur Rast. Und auf dem Rückweg zwischen Neckar und Stromberg warten schmucke Fachwerkorte.

 

Wissen Sie, was ein „I-Kuh“ ist? Nein - dann fragen Sie nach vor der Intelligenz-Skulptur in der Altstadt von Bietigheim. Mehr „Denkwürdiges“, auch viel Sehenswertes gibt es entlang Enz und Neckar: Kunstsammlungen, Flößerpfad – und das Schloss des Barock-Grafen Stadion, der Sophie von La Roche zum ersten „Frauen“- Roman animierte (Bild). Überall lockt Fachwerk; in Besigheim werden Sie ins Mittelalter entführt.